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„Snow Flowers“ jetzt in Deutsch

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Die Gedanken der New Yorkerin Zahava Stessel waren gestern in Markkleeberg. Im Rudolf-Hildebrand-Gymnasium überreichte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) am Vormittag in der Bibliothek einen Klassensatz der deutschen Ausgabe ihres Zeitzeugenberichtes „Snow Flowers“ an Schulleiter Ditmar Apel. Drei Jahre lang hatten Gymnasiasten mit ihren Lehrern an der Übersetzung der amerikanischen Vorlage gearbeitet, vergangenes Jahr dann in einer sehr emotionalen Veranstaltung die Qualen der mehr als 1000 jüdischen Mädchen und Frauen im Außenlager des KZ-Buchenwald im Equipagenweg ins Bewusstsein gerückt. „Mit diesem Buch wird ein Kapitel dunkelster Stadtgeschichte wachgehalten. Für unsere Schulen ist das von unschätzbarem Wert“, erklärte Schütze. Es sei von Anfang an der Wunsch von Stessel gewesen, die seit 2008 Ehrenbürgerin der Stadt ist, dass ihr Werk ins Deutsche übersetzt und Schülern des Gymnasiums und der Oberschule kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

In einer E- Mail, die der Rathauschef verlas, schreibt die 84-jährige Jüdin, die im August 1944 ins Lager nach Markkleeberg kam: „Meine Lektion ist, dass Menschlichkeit und die Unerschütterlichkeit in eines Menschen Glauben, die zu Hause und in der Schule erlernt werden, bei uns sein werden und sich selbst unter den rauesten Bedingungen durchsetzen.“ Alt-OBM Klose, der das Projekt in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht hatte und das erste, druckfrische Exemplar erhielt, erinnerte an die Begegnungen mit Stessel. Dass die Stadt nicht nur die Finanzierung der auf 300 Bücher limitierten Auflage übernommen hat, sondern auch eine Spendensammlung initiiert, um das Denkmal im Equipagenweg endlich würdig zu gestalten, freute ihn. Seine Frau erzählte, dass Stessel sie einmal gefragt habe, ob sie glaube, dass so ein Grauen noch einmal passieren könne. „Ich habe Ja gesagt, deshalb müssen wir alle gemeinsam aufpassen.“ Markkleeberger finden „Snow Flowers“ übrigens in der Stadtbibliothek. Zudem können bei speziellem Interesse Exemplare übers Rathaus bezogen werden. Weitere Infos zur Spendensammlung unter www.markkleeberg.de.

Quelle: Leipziger Volkszeitung, 25.06.2014, S. 21

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