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Hildes Jahresrückblick

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Die Uhr tickt unaufhaltsam - und schon zeigt das Kalenderblatt wieder den 31.12. - ein Jahr vorbei. Was war, was bleibt, was kommt?

2014 - irgendwie ein komisches Jahr. Gefühlt zwischen Fußball-Weltmeister und Krisenbewältigung allerorts. Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Schon eine komische Welt derzeit. Überall Konflikte weltweit und bei uns im Freistaat gehen Menschen auf die Straße, um ihren politischen Unmut dadurch zum Ausdruck zu bringen, dass sie Weihnachtslieder singend Deutschlandfahnen schwenken - das kriegt selbst eine Hilde nicht auf die Reihe.

Was bewegte uns in diesem Jahr: Die ALSIce Bucket Challenge, wobei wohl den wenigsten der Sinn der Wassereimeraktion bewusst war. Dass wir einen Nobelpreisträger haben? Dass "Fack ju Göhte" die Filmwelt begeisterte? Dass wir 25 Jahre Mauerfall feierten? Dass Olympia 2014 in einem russischen Badeort stattfand, obwohl wir doch Winterspiele hatten? Dass Korruption und Steuerhinterziehung unsere Wertevorstellungen erschüttern? Oder Ebola - eine Krankheit so fern, aber auch wieder so nah? Die Ukraine-Krise oder der Vormarsch der IS? Der Bahnstreik der GDL oder der "Flughafen in Warteschleife"? Dass Facebook "WhatsApp" übernommen hat?

Wer 2014 mit offenen Augen durch die Welt gegangen, wird es schwer haben, seine Highlights 2014 zu nominieren. Einfacher hat man es da schon, wenn man Bewohner der RHS ist, da halten sich die Höhepunkte doch im überschaubaren Rahmen. Aber es gab sie natürlich.

Im ersten Monat des Jahres haben die Planer an unserer Schule, quasi als Verlängerung der Weihnachtsferien, das Winterlager der 7. Klassen vorgesehen. Nur spielt eine seit Jahren konsequent nicht mit: Frau Holle. Schon lustig, dass die Verantwortlichen Jahr für Jahr Lehrer mit Erfahrungen auf Skiern suchen, wohlwissend, dass sie diese doch sowieso nicht brauchen. Eher Leute mit Ideen, wie man aus einem Ferienlager ohne Schnee trotzdem eine erholsame Woche machen kann. Wie kreativ man in diesem Jahr war, kann man zumindest in den Bildern aus Klingenthal erahnen.

Ebenfalls im Januar lädt unsere Schule alle Neugierigen zum "Nachmittag der offenen Türen" ein. Früher hieß das mal "Tag der offenen Tür" und fand an einem Sonnabend statt, aber Lehrer gehen samstags nicht so gern in die Schule. Weiß man. Der Tag dauerte ganze drei Stunden, der Nachmittag nur noch zwei - aber offen sind alle Türen trotzdem. Wie lange, ist eigentlich egal. Es kamen zumindest so viele Interessierte, dass die neuen fünften Klassen gut gefüllt sind. Und ganz nebenbei beehren uns immer noch ein paar ehemalige Schüler, denen ihre Schulzeit wohl nicht ganz egal gewesen sein muss. Entweder allein oder schon mit dem eigenen Nachwuchs, der auch gern ein kleiner Hildebrandianer werden will. Schönes Gefühl. Unsere Bilder vom Nachmittag sind ebenfalls in unserer Galerie zu finden.

Ende Januar hat sich Frau Holle doch aus ihrer Streikhaltung lösen können und schickte uns einen winterlichen Gruß:

Da der Februar nur 28 Tage hat und davon auch noch 16 Tage Winterferien sind, passierte in diesem Monat herzlich wenig - also Schnee drüber.

Der Monat März steht traditionell im Zeichen des Schüleraustausches: Salut - Bonjour et Bienvenue bzw. Goedendag. Für unsere französischen Austauschschüler kann man die Begegnung durchaus intensiv nennen: beide Austausche fanden binnen dreier Wochen statt. Was da alles passierte, kann man im Tagebuch noch einmal nachlesen.

Aufregung auch bei unseren Schülern des gesellschaftswissenschaftlichen Profils. Nachdem man sich schon wochenlang per Facebook beschnuppert hatte, traf man in Epe auf die wahren Gesichter und wurde nicht enttäuscht. Auch hier ist ein nochmaliger Blick in das Logbuch unbedingt empfehlenswert.

Im April erblühen nicht nur die Veilchen, sondern auch regelmäßig unsere Abiturienten, um festzustellen, dass es ernst wird. Zuvor kommt aber erst die jährliche Kreativität des Jahrganges auf den Prüfstand: Mottotage. Zeit also, die vergangenen zwölf Jahre Schule zu feiern, die vollbrachten Leistungen und sich von den Lehrern in gewisser Weise zu würdigen und ein letztes Mal richtig Spaß zu haben, bevor es ernst wird. Und das konnte sich durchaus sehen lassen, vor allem „Horror und Zombie“ ließ den ein oder anderen Lehrkörper an seinen Fähigkeiten zweifeln. Zumindest, was das Resultat betraf.

Muss wohl so überzeugend gewesen sein, dass sogar das öffentlich-rechtliche Fernsehen darauf aufmerksam geworden ist. In die privaten Fernsehsendungen hatten wir es ja schon geschafft, aber in die "Tagesthemen"? Das gleicht schon einem Ritterschlag. Vor allem auch noch mit Hildes Lieblingsthema - dem G 8. Wir haben der Nachtwelt mal gezeigt, wie man das macht. Super übrigens, wie man mit drei Schülern ein ganzes Zimmer füllen kann ... In "unserer" Mediathek kann man unseren Abiturienten noch einmal bei der Arbeit zusehen (ab Minute 18:40, sogar untertitelt).

Der Monat Mai war unsere Chören vorbehalten, sowohl der gemischte als auch der gleichstimmige Chor hatten sich für den Deutschen Chorwettbewerb in Weimar qualifiziert. Letztendlich fuhr nur der gleichstimmige Chor nach Thüringen und vertrat den Freistaat im Freistaat souverän: Mit einem Dritten Platz kehrten die Mädels und Jungs um Chorleiter Detlef Ay zurück. Respekt und deshalb nachsehenswert die Mitschnitte vom Auftritt, von der Preisvergabe und das Chortagebuch.

Und weil wir gerade kulturell unterwegs sind. Wir sind ja nicht nur musisch, weil wir ein gleichnamiges Profil haben, sondern ganz viele Talente bei uns schlummern, die nur "wachgeküsst" werden wollen. Und dafür bietet der Hildebrandwettbewerb die passende Bühne, auf der sich sowohl kleine Schauspieler als auch Sänger und Musiker beweisen können. Im Juni war es wieder einmal soweit, an zwei Tagen kürten wir unsere Preisträger in den Kategorien "Theater" und "Musik". Und das so überzeugend, dass es den Wettbewerb jetzt jedes Jahr gibt.

im Juli feiern unsere Abiturienten ihren Abiball. Zurecht, denn ein sehr erfolgreicher Abiturjahrgang 2014 verlässt unsere Schule. Und wie gern sie bei uns gewesen sind, verdeutlichen sie in ihrem Abifilm und lassen dabei die letzten Jahre noch einmal Revue passieren.

Noch ein ganzes Stück davon entfernt sind unsere Siebentklässler, die im Schwimmlager erst einmal ihr Können zeigen müssen. Oder besser sollen. Denn tun können sie es nicht, da das Wetter, die Eltern oder was weiß ich nicht mitspielen. Hilde versteht die Welt nicht mehr und vergisst dabei sogar etwas ihre Contenance. Nachzulesen in Hildes Tagebucheintrag vom 12.07.2014.

Unser gemischter Chor belohnte sich im Juni selbst und düste zu einer Chorreise nach Italien. Dort lief zwar nicht alles wie gewünscht, aber schön war es trotzdem, meint zumindest das Chortagebuch. Und klärt auch das unten stehende Bilderrätsel auf.

Wir haben einen Olympiateilnehmer. Konstantin Hierl startet für Sachsen bei der „International Geography Olympiad" in Krakow und kehrt mit einer Silbermedaille wieder zurück. Am Ende belegte er den 25. Platz von 144 Teilnehmern. Konstantin, bis zum Juli Schüler der RHS, hat damit bei der Weltolympiade die hohen Erwartungen mehr als erfüllt.

Sommerferien.

Alle zwei Jahre rufen Förderverein, Schüler-, Eltern und Lehrerschaft der RHS zum Hildebrandfest und alle kommen. Na ja, früher war das so. Das Interesse hat in den letzten Jahren spürbar abgenommen, was weniger am Programm, sondern vielmehr am Interesse liegt. Schade, denn das Programm konnte sich sehen lassen: Die Feuerwehr gewährte einen Blick von oben, mit Anne Friederike Dajka und Georg Domke präsentierte man zwei waschechte ehemalige Hildebrandianer auf der Bühne. Dazwischen lagen fünf Stunden Programm, mehr oder weniger ohne Zuschauer. Leider.

Was unsere Schule gut kann, sind historische Symposien organisieren. Und das ist der Verdienst einer guten Seele, Frau Weidner, und ihrer Geschichts-Kurse. Ihre Schüler sehen das zwar mit Sicherheit etwas anders, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. In diesem Jahr standen 25 Jahre Mauerfall auf dem Programm. Neben Wolfram Tschiche, DDR-Bürgerrechtler, Theologe und Philosoph, und Prof. Dr. Bernd Lindner, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ausstellungskurator im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, nahm der tschechische Botschaftsrat Jan Šicha, seinerzeit Studentenführer und Weggefährte Vaclav Havels, dem bedeutendsten tschechischen Dissidenten und späteren Präsidenten der Tschechischen Republik, auf dem Podium Platz. Mehr reales Geschichtserlebnis geht nicht.

Wieder mal hauptsächlich Feien.

Der November hält viel Stress für unsere Schüler bereit. Unsere Choristen bereiten sich auf ihre Weihnachtskonzerte vor, die in diesem Jahr nicht nur neues Liedgut, sondern auch neue Auftrittsorte bedeuten: Völkerschlachtdenkmal, Gewandhaus oder auch die Dreikönigskirche in Dresden erfordern logistisch so einiges ab. Damit bricht man auch mit liebgewonnenen Traditionen, denn außer zum traditionellen Weihnachtssingen im Schulhaus am letzten Schultag werden die Chöre nicht gemeinsam auftreten.

Quelle: Dresdner Kammerchor

Im letzten Monat des Jahres hat man immer das Gefühl, all das nachholen zu müssen, was man das ganze Jahr oder eben Schulhalbjahr über verpasst hat. Unsere Schüler stöhnen unter kiloweise Klausuren und Arbeiten, vor allem die Nachschreibetermine sind überfüllt, manche wollen, sollen an diesen Mittwochen sogar zwei Arbeiten gleichzeitig schreiben. Geht natürlich nicht, aber irgendwie kommt jeder zu seinen Noten.

Und wenn das alles geschafft ist, wartet auf alle Ehemaligen und solche, die es mal werden wollen, das Winterfest. Nur in diesem Jahr nicht. Weil sich alle Verantwortlichen nicht so richtig einigen können, wer den nun die Verantwortlichkeit übernimmt, muss es ausfallen. Damit stirbt ein Stück Tradition, das vieles anderes überlebt hat. Wie so vieles. Allerdings müssen wir aufpassen, dass wir nicht alles über Bord werfen, was uns bisher ein Stück besonders machte.

Aber es gibt auch Lichtblicke. So erscheint die neue Ausgabe unserer Schülerzeitung "Querdenker" zwar reichlich verspätet, aber mit einem Leitartikel, der zum Nachdenken anregt und spüren lässt, dass es unserer Schülerschaft doch nicht so egal ist, was an ihrer RHS so passiert: "Wir identifizieren uns nicht über unsere Schule. Wir sind nicht stolz darauf, sagen zu können, dass wir Hildebrandianer sind ... Wir müssen uns auch mal für Dinge begeistern, die etwas mit Schule zu tun haben. Das kann doch nicht so schwer sehr sein." Wäre eine Aufgabe für 2015 ...

Genügend Aufgaben für 2015, genügend potentieller Stoff für den nächsten Jahresrückblick. Aber dafür muss schon einiges passieren in meinem Zuhause. Nichtsdestotrotz wohne ich gerne hier, mag das frühmorgendliche Gedränge der großen Autos vor meinem Tor, die Besorgnis der Helikopter-Eltern, den Drang der Zehntklässler, unbeobachtet das Schulgelände auf eine Zigarettenlänge verlassen zu können. Oder den Bewegungsdrang unserer Kleinen, die das Schulhaus oft mit einem Indoor-Spielplatz verwechseln. Ich mag die vielen Gesichter, die mal mehr oder weniger begeistert mein Schulhaus betreten, durch die Gänge huschen, den neusten Klatsch und Tratsch austauschen. Die Lehrer, die, meist unter Stress, versuchen, die Parkflächen vor der Schule gerecht aufzuteilen. Die Lautstärke im Speisesaal, der das Mittagessen eigentlich zu einer Nebensache macht. Genauso wie die Ruhe, wenn nur noch die Kehrmaschine durch das Haus düst.

Einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2015

Eure Hilde

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