"Insel" - ein Planspiel

Seit mehreren Jahren fahren die Schüler der 9. Klassen des gesellschaftswissenschaftlichen Profils Anfang Oktober für zwei Tage nach Grethen, einem kleinen, beschaulichen Dörfchen vor den Toren Grimmas. Ziel ist das Naturfreundehaus, mitten im Wald gelegen. Aber von der Natur bekommen die Schüler relativ wenig mit, den sie verbringen die gesamten zwei Tage im Haus.

Es wird gespielt, in einer fiktiven Situation, aber mit starken aktuellen Bezügen. Die Schüler lernen in dem vom Europahaus Leipzig organisierten Planspiel die Regeln demokratischer Entscheidungen, Toleranz und Kompromissfähigkeit zu praktizieren, begreifen, wie Fremdenfeindlichkeit entsteht und wie man damit politisch umgehen kann und muss. Alle Schüler füllen ihre Rollen als Regierungspartei, Opposition, Bürgerbewegung oder auch als Vertreter der Medien, obwohl sie darauf eigentlich nicht vorbereitet sind: Ein Chemieunfall im Ruhrgebiet zwingt Millionen Deutsche, ihr Land zu verlassen. Sie müssen eine neue Heimat finden, aber sind sie auch willkommen? Nun müssen Kompromisse am Runden Tisch gefunden, dabei Vorurteile abgebaut und eigenständig Lösungen formuliert und abschließend das Resultat der Bevölkerung vermittelt werden.

Zwei Tage waren fast zu kurz, unsere Schüler wollten gar nicht aufhören, zu diskutieren, zu streiten, sich zu einigen. Politik ist eben auch komplizierter als gedacht, funktioniert anders als durch die Tagesschau oder "Eiland aktuell" täglich vermittelt.