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Multi Kulti in Berlin

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LINGUA LATINA MORTUA EST – VIVAT LINGUA LATINA!

April, April, der weiß nicht, was er will ...

oder: Multi Kulti in Berlin ...

oder: Wehe, wenn die Markkleeberger Lateiner losgelassen in Berlin ...

Wenn die alten Lateiner schon tot sein sollen, wollen wir jungen Lateiner wenigstens noch etwas von dem lateinischen Flair genießen, das derzeit ein junger Berliner Doktorand verströmt – Maximilian Wallstein - der Latein und Griechisch (Man höre und staune!!!) in Rom an einer speziellen Schule studiert und dabei SPRECHEN gelernt hat (Wie die alten Lateiner, echt??? Ita est!!!). Und wie er Latein sprechen kann, wie ein junger Gott!

Gebannt hingen wir, die Lateiner und Lehrer der 9. Klassen des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums Markkleeberg an seinen Lippen – und immer saß uns dabei irgendwie die Angst im Nacken: Können wir ihn auch wirklich verstehen? Wir konnten! Er hat nämlich auch noch wie ein Mime agiert, überdeutlich artikuliert, mit Händen und Füßen gestikuliert oder einfach repetiert – einmal, zweimal, dreimal! (Alle Engländer denken da mal ans repeat!) Deutsch wurde wirklich nur im äußersten Notfall gesprochen, auch nur deshalb, weil er es zum ersten Mal mit Schülern zu tun hatte auf seiner „Lustratio Berolinensis“ – seinem „Spaziergang durch Berlin“.

Und um bei der Wahrheit zu bleiben: Frau Hofmann hatte uns im Vorhinein ein paar Drill-Lectiones zukommen lassen, so dass wir (Jahres-) Zahlen und wichtige Gebäudenamen auch wirklich verstehen und sogar deutsche Antworten auf Latein formulieren konnten.

Schließlich wird in Sachsen nicht Deutsch-Latein gelehrt, das nur in Ansätzen, sondern es geht vorwiegend um die Latein-Deutsch Entschlüsselungen, Interpretationen, Übersetzungen von Texten und jede Menge Sachkunde, Mythen , Philosophie, die sich darin verbergen, und noch vieles mehr. Schnuppert mal herein am nächsten Nachmittag der offenen Schultür am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium Markkleeberg!

Nun also mal so richtig Deutsch -Latein. Zitter, zitter! Das war ein Ansporn für fast jeden Schüler und begleitenden Lehrer, den jeder/jede Einzelne prima bewältigt hat!

NOS, MAGISTRAE LINGUAE LATINAE, VOBIS GRATULAMUR, DISCIPULI!

Dabei schien uns Sonnengott Sol dieses Mal überhaupt nicht hold: Erst war es grau am Morgen dieses 27.04.2016 beim Eintreffen an der RHS, beim Einsteigen in den Bus fing es an zu nieseln, dann regnete bzw. goss es unterwegs – gut, wir saßen im trockenen Reisebus der Firma Geißler-Reisen - ein Dankeschön an dieser Stelle an Annett, unserer Busfahrerin! - doch wie sollte der Spaziergang Unter den Linden ablaufen – wo es kaum eine vernünftige Unterstellmöglichkeit gab, wenn uns der Aprilregen ins Gesicht schlug? Wir hatten Glück, der April machte, was er wollte. Dem Regen folgte Sonnenschein, natürlich verbunden mit eisigen Polarwinden, die uns, die wir uns schon richtig winterlich vermummt hatten, bis ins Mark und auf die Knochen wehten – so eine Kälte erlebt man eigentlich nur im tiefsten Winter, eigentlich ... und das bei blühenden Blumen und grünenden Bäumen! Jeder suchte bibbernd Schutz, wir auch. Bei den vielen Baustellen gar nicht so leicht. Mal nutzten wir einen LKW, dann bildeten Leidensgefährten unsere Windmauer, auch die Lehrer wurden als Schutzschild benutzt ... .

Irgendwie schafften wir es jedoch, unserem Spaziergang einen würdigen Rahmen zu verpassen.

Vom Hauptgebäude der UNIVERSITAS HUMBOLDTIANA, hinüber zum FORUM BEBELIANUM, wo wir primo das Gebäude der juristischen Fakultät und unseren ersten lateinischen Spruch erblickten, secundo das leider fast vollständig verpackte Relikt des THEATRUM DRAMATICUM „suchten“ und uns denique der ECCLESIA HEDWIGA zuwandten, die stark an den/das Pantheum/on (Erklärungen bitte von den Lateinern der K9 geben lassen) in Rom erinnerte und als katholische! Kirche im protestantischen! Berlin errichtet worden war. Nebenbei erzählte uns Maximilian auch hübsche Anekdoten über die Entstehung ihrer CUPPOLA.

Weiter schlenderten wir zur NOVUM VIGILUM – wo wir vom Schicksal der Mutter Käthe Kollwitz und Millionen anderer deutscher Mütter ergriffen wurden, hinüber zum Ufer des Flusses SPREA, wo uns unser DUX die QUINQUE MUSEA auf der INSULA MUSEORUM präsentierte, aber auch einen Blick auf den Deutschen Dom und das FORUM HUMBOLDTIANUM werfen ließ – dem zukünftigen Wissenskomplex, äußerlich erbaut im Stile des alten Stadtschlosses.

Die Kälte ließ uns manch ausführlicher geplantes Kleinod nur in Ansätzen durchlaufen. Es war gar zu kalt da draußen, wo es keinen Windschutz gab.

Ja, wenn alles einmal fertig sein wird und uns keine Polarwinde im April um die Nasen wehen werden, kommen wir bestimmt einmal zurück, versprochen!

Es war nämlich ganz interessant und lustig, wie deutsche Schüler aus Sachsen, auf berlinischen Straßen einem Latein sprechenden MAGISTER lauschten und selbst Latein sprachen, um uns herum fast nur Menschen aus aller Herren Länder, unter ihnen ein ganz besonders eifriger Japaner, der sich immer öfter in unserer Nähe aufhielt, der Latein verstand und begeistert darüber war, was Maximilian mit uns machte. Die übliche Verbeugung und den Daumen dabei nach oben zeigend – verabschiedeten wir uns grinsend voneinander – wie Verschwörer. Jeder ging seines Weges.

Wir hoffen, dass dieses kurze Berlin INTERMEZZO einen langen Nachhall bei unseren erfrorenen und müden STUDENTES LINGUAE LATINAE gefunden hat.

Bleibt am Ball, auch wenn es manchmal ganz schön schwer scheint oder ist. Vielleicht studiert ja auch mal jemand von euch in ROM an dieser besonderen Schule und kann dann weitere Generationen Latein-Lernender animieren etwas für die tote Sprache zu tun.

LINGUA LATINA NON MORTUA EST – SED LINGUA LATINA VIVIT!

Gerrit Leimbach im Namen der Kolleginnen Frau Hofmann und Frau Wohlfahrth.

PS: GRATIAS AGIMUS: Dank an dieser Stelle auch an alle uns unterstützenden Eltern, Kollegen und unsere Schulleitung.

PPS: Die Fotos wurden von Georg Stelzig, 9c und Bastian Roth, 9d im Rahmen der Begleitarbeiten geschossen. ET EIS GRATIAS AGIMUS!

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