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Vom Dunkel ins Licht & vice versa

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Wörtlich und übertragen hätte dies am 14.04.2016 das Motto unserer Lateinexkursion nach Dresden, in die strahlende Landeshauptstadt des Landes SAXONIAE, sein können.

SALVE, Dresden!

XXXVI Schüler der beiden Lateinkurse Klasse 8 – von hier aus ein herzlicher Genesungsgruß an die IV Kranken – sowie die III Lateinlehrerinnen Frau Redlich, Frau Wohlfarth, Frau Leimbach, machten sich früh per Bahn auf, um ihrem Projekt „Mythen der griechisch – römischen Antike“ in der Gemäldegalerie „Alte Meister“ im wunderschönen barocken Ambiente des Zwingers Gesichter in Form herrlicher Skulpturen und Gemälde von Rubens, Rembrandt, Cranach u. a. zu geben, während unsere Abituranwärter in ihrer Geschichtsprüfung schwitzten. Auch so einigen unserer Schüler wurde erst im neu gestalteten Flügel der Galerie so richtig klar, dass Latein verdammt viel mit Geschichte, aber auch mit Malerei und Plastik, Chemie, Biologie und Physik, mit Philosophie und Rhetorik zu tun hat! Aber starten wir AB OVE!

Wolkenverhangen, grau in grau, ging es in LIPSIA los. Unterwegs hatte APOLL ein Einsehen – oder war es doch eher SOL – und schickte uns erst vereinzelt Sonnenstrahlen von seinem Sonnenwagen herunter, die sich bis Dresden aber in strahlenden Sonnenschein verwandelt hatten - gute Laune war garantiert – so dass sich uns ein wirklich göttlicher Anblick auf das Panorama der Altstadt bot.

Vom Hauptbahnhof bis zum Zwinger liefen wir vorbei an der Plastik der Völkerfreundschaft und den TEMPLA der Neuzeit (Einkaufszentren und Co.): APOLLO, SATURN, MONTBLANC (weißer Berg), SAXONIA APOTHEKE (Vorratslager der Heilpflanzen), COL(L)OS(S)EUM, VERO MODA, CENTRUM GALERIE - u. v. a. Welch ein Wunder - wie oft sich griechische oder lateinische Wörter und Wortstämme in ihnen verbergen! Ob die Namensgeber dieser Zentren etwa dabei an die Ursprünge der Worte gedacht haben, als sie sich so nannten?

Nach den üblichen Formalitäten durften die wissbegierigen Lateiner endlich in die Welt der Mythen eintauchen. In zwei Gruppen – bewaffnet mit Kopfhörern, geleitet von Frau Richter die eine, kurz darauf, angeführt von Frau Seifert, die andere – schritten wir zur Tat. Natürlich fanden wir nicht heraus wie hoch der Wert aller hier ausgestellten EXPONATE ist, dennoch nahmen wir wertvolle Erinnerungen mit heim, waren doch viele zum ersten Mal in diesem AEDIFICIUM und werden die kostbaren Schätze, die sich vor ihnen aufgetan haben, niemals vergessen und vielleicht eines Tages mit ihrem eigenem Nachwuchs hier aufschlagen.

Nach holprigen Anfängen des schnellen Mitschreibens klappte es dann ganz gut. Die gesamte Schülergruppe bzw. die Expertengruppen schrieben, was das Zeug hielt, sie stellten Fragen über Fragen, es machte sichtlich fast allen Spaß, wenn es auch sehr ermüdend für viele war, nach einer solch langen Fahrt 60 Minuten zuzuhören. Wir wanderten von Gemälde zu Gemälde, hörten Mythen, die sich schon seit mehreren tausend Jahren von Mund zu Mund verbreitet hatten, einige von ihnen waren uns schon bekannt, andere hörten wir zum ersten Mal und oft erfuhren wir viel Neues über Hintergründe und Zusammenhänge einzelner Gemälde. Das Dunkel lichtete sich immer mehr. Nebenbei lernten bzw. wiederholten wir auch eine Menge für Kunst.

Nach den geführten EXKURSIONEN konnten sich die Schüler noch einmal mit ihren Gemälden befassen oder sich einfach noch einmal umschauen. Dabei trafen unsere Lehrer auf eine Dame, die sich ganz interessiert zeigte und wissen wollte, was wir denn hier gemacht hätten. Nach einer kurzen Erklärung zollte sie unserem Anliegen, die Kinder mit der antiken Mythologie bekannt zu machen, ihren Beifall. Wie sich herausstellte, stammte sie aus Leipzig. Wunder geschehen …

Wie sich auf der Rückfahrt und am nächsten Tag herausstellte, hätten einige gern noch mehr gesehen und vor allem weiter solch erleuchtend guten Führerinnen gelauscht – vielleicht im nächsten Jahr! Danke für die guten Hinweise, eure Nachfolger werden GRATIAS HABEMUS! rufen. Und ein Riesendankeschön vor allem auch unseren beiden weisen Frauen, zwei echten MINERVAs.

Mittlerweile hatten sich die Sonnengötter verzogen, es goss in Strömen. Bis wir zum Ausgang kamen, pieselte es nur noch, während wir uns kurz auf die Suche nach etwas Essbarem machten und CERES sei Dank, gab es auch genügend TABULAE, die für jeden Geschmack etwas boten oder man aß das Selbstmitgebrachte.

Zwischenzeitlich schien die Sonne, dann tröpfelte es wieder - der April machte seinem Namen alle Ehre - als wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten – lauter müde Krieger, die tapfer durchgehalten hatten.

Der eigentliche Löwenanteil aber wartet noch auf unsere DISCIPULI – Schüler. Bald dürfen sie ihren Klassenkameraden weitere Ohrenschmause präsentieren können. Dank Frau Richters und Frau Seiferts gutem Vorbild ein Klacks. Wir wünschen euch viel Erfolg, aber auch Spaß beim Vorbereiten.

Danke den Eltern für die finanzielle Unterstützung, Dankeschön der Schulleitung, den Klassenlehrern der K8 und den Chorleitern für die unkomplizierte Unterstützung unseres Wunsches nach KULTUR.

Im Namen meiner Kollegen – auch ihnen meinen Dank für die tolle Unterstützung – wünsche ich uns allen noch viele weitere gelungene TRANSAKTIONEN in die lateinische Vergangenheit.

Wie heißt es so schön: LINGUA LATINA MORTUA EST; VIVAT LINGUA LATINA! 2

In diesem Sinne, auf ein Neues!

Gerrit Leimbach

Anmerkungen

1 Die Wortverbindung vice versa bedeutet „(und) umgekehrt“ und beschreibt wechselseitige Beziehungen. Sie deutet also einen Gegenzug bzw. einen umgekehrten Wechsel an.

2 LINGUA LATINA MORTUA EST; VIVAT LINGUA LATINA! Latein ist tot, es lebe Latein!

PS:

Nicht nur Schüler benehmen sich mal daneben, e. g., wenn es im Unterricht klingelt o. ä. auch mir passierte es: Gleich im zweiten Saal ich in die Falle, meine Schüler hatte ich vor den Gefahren der zu dichten Annäherung an Gemälde und Skulpturen gewarnt, selbst ich fiel rein, als ich herausfinden wollte, ob es sich um Eicheln oder Kirschen auf dem Gemälde bei Rembrandts Ganymed handelte – nichtsahnend, mich vornüberbeugend, piepte es plötzlich los. Ich hatte die Alarmanlage ausgelöst … was zum GAUDIUM aller im Saal Anwesenden führte.

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