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Deutsch-französischer Schüleraustausch 2015

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Rücktausch 19.03. - 27.03.2015

26.03.2015

Heute durften wir wieder einmal alle früh aus den Federn, 07:10 Treffen war angesagt. Zuerst stand für unsere französischen Gäste der Besuch im Zeitgeschichtlichen Forum auf dem Plan. Danach gab es zur Ergänzung des Kulturteils einen mehr oder weniger bewegungsreichen Sportnachmittag. Nichts konnte die Jungs vom Fußballspielen in der Kälte abhalten, auch kein Regen. Andere spielten Volleyball, wobei man sich im Deutsch-Französisch-Englisch-Mix gegenseitig versuchte anzufeuern und zu motivieren. Weniger aktionsbereite, eher weibliche Geschöpfe, saßen zum Teil einfach im netten Gespräch neben den Spielfeldern und erzählten sich die aktuellsten Neuigkeiten, wer der sportlichste und am besten aussehende Junge ist und was noch bis zum Ende des Austauschs ansteht. Auch die Tischtennisplatten waren in eifriger Benutzung, von Chinesisch bis zu Einzelduellen war alles dabei. Ein paar Schüler erkannten nicht die richtige Benutzung des Tisches, sondern entwickelten eine neue Art zu spielen, ohne die Platte zu berühren. Aber wie auch immer, eine Portion Spaß war auf jeden Fall dabei:)

Lukas, Hannah

25.03.2015

Nach einem anstregenden gestrigen Tag ging es heute entspannter zu, die Franzosen genossen einen Ausflug in das RB-Stadion eine Führung mit Film. In der 6. und 7. Stunde folgte eine Projektarbeit mit der Klasse 10c bei gemütlicher Grillatmosphäre und schönstem Wetter auf dem Schulhof.

Dabei stand das Thema « Jung sein, heute und gestern » im Mittelpunkt. Zur Pause stärkten sich die Schüler mit einer Bratwurst mit Ketchup, um neue Kraft für die folgende Präsentation des Projektes zu sammeln. Die Schüler schlüpften dabei in die Rolle des Austauschschülers und so entstandt ein Dialog aus Französisch mit deutschem Akzent und Deutsch mit französischem Akzent.

Nachdem man sich verabschiedet hatte, konnte jeder seinen eigenen Nachmittag individuell gestalten. So gingen wir bespielsweise Eis essen und genossen das schöne Wetter.

Szvenja, Helene, Lennart

24.03.2015

Trotz des heutigen Lehrerstreiks fand unser Ausflug nach Dresden statt. Um halb 10 sind wir in Dresden am Militärhistorischen Museum angekommen, wo die französischen Schüler auf Französisch durchs Museum geführt wurden. Die deutschen Schüler durften das Museum auf eigene Faust erkunden. Im Museum konnte man auf drei Etagen verteilt einiges über die Kriegsjahre Deutschlands zwischen 1300 und heute lernen. Beginnend mit der Kleidung und den Rüstungen aus dem Mittelalter, über die Waffen des 1. und 2. Weltkrieges bis hin zur modernen Militärausrüstung wurde alles sehr anschaulich erklärt. Nach dem Mittagessen in einem Restaurant in der Dresdener Altstadt hatten wir zwei Stunden Zeit, alleine durch Dresden zu laufen, die Altstadt zu besichtigen und Souvenirs zu kaufen.
Nach der Rückkehr verbrachten wir den Abend mit den Austauschschülern in unseren Familien.

Mia, Hanna, Rasmus

Programm zum Download

Trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes

Mit Bestürzung haben wir die Nachrichten vom Absturz des deutschen Airbusses A 320 über Südfrankreich verfolgt. Unser tiefes Mitgefühl ist bei den Familien, Angehörigen und Freunden der 150 Opfer, für die es leider keine Rettung mehr geben wird.

144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder kamen dabei kurz nach dem Abflug in Barcelona auf dem Flug nach Düsseldorf ums Leben.

Für alle Hinterbliebenen ist ein derartiger Schicksalsschlag furchtbar und das damit verbundene Leid unermesslich. Daher gilt ihnen allen unser Beileid.

Besonders betroffen macht uns aber, dass in der Maschine auch Teilnehmer eines deutsch-spanischen Schüleraustausches waren, auf dem Heimflug nach Düsseldorf, noch ganz unter dem Eindruck ihres Besuches in den spanischen Gastfamilien.

Wir haben gegenwärtig auch unsere französischen Austauschpartner aus dem Lycée „Camille Corot“ in Morestel/ Lyon zu Gast und können im Ansatz nachempfinden, in welcher Situation sich gegenwärtig die Eltern, Lehrer und Mitschüler befinden müssen, die ihre Kinder, ihre Schüler und ihre Freunde durch ein so furchtbares Unglück verloren haben. Deshalb gilt unser besonderes Mitgefühl den Hinterbliebenen der 16 Zehntklässler und ihrer beiden Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See / Westfalen.

In Trauer und Anteilnahme

Dr. Kristina Klein und Rita Knobloch, Colette Paym, Sébastien Petit

stellvertretend für die Schüler und Kollegen des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums in Markkleeberg / Sachsen

23.03.2015

Wie immer nach dem Wochenende fiel auch heute das Frühaufstehen etwas schwer. Doch spätestens 07:2 sind alle in der Schule angekommen. Auf uns deutsche Schüler wartete ein normaler Schultag, jedoch hatten die Franzosen ein interessantes Programm. Nach der Auswertung des Wochenendes sind sie ins Werk II gefahren und konnten dort ihre Töpferkünste unter Beweis stellen. Außerdem gab es eine Führung durch die Ausstellungen und danach ging es zum Mittagessen wieder in die Schule.

Nachdem alle gestärkt waren, stand als Nächstes der Besuch beim Bürgermeister auf dem Programm. Der stellvertretende Bürgermeister, Herr Dr. Philipp Staude, hieß die Franzosen recht herzlich willkommen, da Herr Schütze unterwegs war. Er zeigte ihnen eine interessante Präsentation über Markkleeberg sowie einen kleinen Film. Frau Dr. Klein war stets vor Ort und übersetzte alles. Zurück in der Schule warteten dann auch schon die deutschen Austauschschüler auf ihre Corres. Den restlichen Nachmittag verbrachten dann alle individuell in ihren Familien und wir bereiteten uns auf unseren Besuch in Dresden vor.

Julia und Michelle

22.03.2015

Der Tag begann bei uns ausgeschlafen mit einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück. Nach einem entspannten Vormittag zu Hause mit der Familie hieß es dann, das unerwartet schöne Wetter im Freien zu genießen. Mit Freunden und deren Austauschpartnern waren wir dazu gegen 2 Uhr im Zoo verabredet. Zu zehnt stiefelten wir dann los um, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu bewundern. Besonders angetan waren wir von dem neuen Elefantenbaby und den niedlichen Erdmännchen-Nachkommen! Vor allem unsere französischen Freunde haben alles auf Erinnerungsfotos festgehalten. Irgendwann bekamen wir dennoch Hunger und die Kälte machte uns zu schaffen.

Gegen den Hunger halfen Spaghetti Bolognese und auch gegen die Kälte hatten wir unsere Mittel: der letzte Programmpunkt war das allseits beliebte Gondwanaland. Bei der spannenden Bootsfahrt durch den Dschungel konnten wir uns nach dem vielen Laufen so richtig zurück lehnen und die Umgebung genießen. Vom Tropenfieber gepackt bestiegen wir natürlich auch den Baumwipfelpfad. Bei all dem Spaß den wir hatten vergasen wir ganz die Zeit. So wurden wir um 6 Uhr regelrecht rausgeschmissen. Als letzte Besucher verließ unsere Gruppe schließlich im Sonnenuntergang den Zoo – das perfekte Ende eines wunderschönen und lustigen Ausflugs!

Salut!

Rosa, Maxi, Anna-Lena

15.01.2015

Der letzte Tag unseres Austausches begann für alle mit der Teilnahme am Unterricht. Manche wurden mehr, andere weniger mit einbezogen in den französischen Unterrichtsablauf. Anschließend arbeiteten wir noch ein letztes Mal zu einem Projekt mit den französischen Schülern. Die Aufgabe bestand darin, den Sinn und Hintergrund von zwei verschiedenen Liedern französischer Sänger zu verstehen und zu interpretieren. Allerdings waren wir alle schon mit unseren Gedanken zu Hause, bei unseren Familien in Leipzig und in unserem Alltag in Deutschland. Kein Wunder, dass deshalb die Ergebnisse des Liedprojektes nicht wirklich produktiv ausfielen.

Nach einer weiteren Unterrichtsteilnahme, dem Mittagessen und anschließender sportlicher Betätigung bereiteten wir gemeinsam unseren Abschlussabend vor und fuhren dann ein letztes Mal zu unseren französischen Austauschfamilien, um unsere Koffer zu packen. Für die meisten war der letzte Abend mit den Gastfamilien sehr emotional und manch einer wäre gern noch länger in Frankreich geblieben. Erst jetzt wurde uns bewusst, dass unsere Reise, unser erlebnisreicher Französischaustausch vor dem Ende stand. Der gelungene Abschlussabend, bei welchem sich jeder deutsche Schüler bei seiner Gastfamilie bedankte und einen Teil seines Projektes vorstellte, erzielte auch seine Wirkung und endete mit großem Applaus. Den Abschluss bildete ein von den Schülern des Französisch-Leistungskurses gedrehter Film, der zu einem Wettbewerb des Deutsch-Französischen Jugendwerkes eingereicht worden ist und auch unsere französischen Gastgeber beeindruckt hat.

Trotz der Vorfreude darauf, dass unsere französischen Austauschschüler uns im März in Markkleeberg besuchen werden, flossen bei manchen Tränen aufgrund der Freundschaft, welche sie in kürzester Zeit mit ihren „Corres“ und deren Familien aufgebaut hatten. Als wir dann schließlich im Bus auf dem Weg nach Hause saßen, waren wir uns alle einig: Dieser Austausch war für uns ein bereicherndes Erlebnis, welches wir nicht so schnell vergessen würden!

Hanna / Nicola

14.01.2015

Unser heutiger Tag begann mit der Teilnahme am Unterricht. Einige von uns konnten mit ihrem Corres in die Klasse gehen, während der Rest auf unterschiedliche Klassen aufgeteilt wurde. Je nach Fach war der Unterricht mehr oder weniger verständlich. Nach dem Unterricht machten sich diejenigen, die zum ersten mal in Morestel waren, zusammen mit Frau Knobloch und einem französischen Lehrer, auf, um die Stadt zu besichtigen. Uns wurde erklärt, wie Morestel im Mittelalter aussah und was davon noch übrig geblieben ist. Dazu gehört zum einen eine besondere Kirche, die außen am Glockenturm einen weiteren kleinen Turm, den man seiner Form wegen umgangssprachlich auch „Pfefferstreuer“ nennt, besitzt. Auf dem Weg zur Kirche haben wir die Stelle des ehemaligen Stadttors besichtigt und haben etwas über das danebenliegende Kloster erfahren. Früher lebten die Augustinermönche im Kloster von Morestel. Jetzt wird wird es von etwa 10 Schwestern des Franziskaner-Ordens bewohnt. In der Kirche gibt es ein Taufbecken, welches heute aber nicht mehr benutzt wird. Einige Häuser stammen noch aus dem 14. Jh., was man am treppenartigen Rand der Hausdächer erkennen kann. Diese Treppen waren dafür gemacht, das damals mit Stroh gedeckte Dach erneuern und im Brandfall löschen zu können.
Beendet haben wir die Tour mit einem kleinen Abstecher zum nahegelegenen Schokolatier, danach ging es zurück in die Schule. Da in Frankreich die Schule am Mittwoch sehr früh endet, sind wir nach der Besichtigung nach Hause gefahren und haben den Rest des Tages in den Familien verbracht.

13.01.2015

Lyon, die zweitgrößte Stadt Frankreichs, war unser Ausflugsziel für heute. Um 8.00 Uhr trafen sich alle am Bus, pünktlich wie immer natürlich. Um kurz vor zehn erreichten wir die Stadt bei schönstem Wetter. Die Sonne lachte uns entgegen, aber bald spürten wir die kalten Wintertemperaturen. Getrennt in zwei Gruppen erhielten wir eine Stadtführung in der jeweiligen Muttersprache. Dabei führte der Weg in die Altstadt: in die Kathedrale St. Jean und die vielen kleinen Gassen und Hinterhöfe mit den „Traboules“ genannten Durchgängen. Diese "traboules“ hat man geschaffen, um auf möglichst engem Raum – zwischen dem Hang und dem Flussufer der Saône - viele Häuser zu bauen und Innenhöfe zu verbinden. Es war wirklich sehr interessant, besonders durch die wundervollen alten Backsteine und die typischen kleinen Balkone, perfekt für Tourifotos. Nach ausgiebiger Erkundung und etwas erfroren – trotz warmer Winterjacken – trafen sich die beiden Gruppen noch einmal vor der Kathedrale. Gruppenfotos waren natürlich Pflicht und um 12.00 Uhr ging es zum Essen in ein schönes traditionelles Restaurant, "bouchon“ genannt. (bouchonner= striegeln, also ehemals ein Gasthof, in dem Kutscher übernachten konnten). Das Essen wurde in drei Gängen serviert, Salat (salade lyonnaise), typische Fischknödel (quenelles) mit Reis oder Fettwurst mit Gratin. Als Nachspeise gab es französische Tartes oder glace, das leckere französische Eis. Wie die französische Küche nun mal ist, war es sehr viel, für uns Deutsche ein Tick zu viel. Dennoch konnte das Essen durch Service und natürlich Geschmack überzeugen. Danach teilten sich die Schüler in Gruppen auf, bummelten, shoppten oder kauften Souvenirs. Um 16.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück nach Morestel, die meisten sehnten sich nach ihrem Bett.

Lennart / Helene / Senja

12.01.2015

Heute begann der Tag 8.00 Uhr mit zwei Stunden Projektarbeit, zu viert (je zwei Deutsche und zwei Franzosen) und unter dem Thema "Etre jeune aujourd’hui et il y a 100 ans“. Die dabei entstandenen Poster werden wir zum Abschlussabend präsentieren. Dann die Auswertung des Wochenendes: Berichte über Ausflüge in die umliegenden Städte wie zum Beispiel Annecy, Chambéry und Crémieux, Eislaufen, Shoppen, sogar Segelfliegen und Besuche in den Familien – verbunden mit üppigen Mahlzeiten, vor denen man sich kaum retten kann … Die zweite Projektarbeit zum Thema "Que signifie s’engager?“ beschäftigte uns bis zum lang ersehnten Mittagessen. Für den Nachmittag war der Besuch der Gedenkstätte von Izieu geplant, deren geschichtliche Hintergründe wir vorher besprochen hatten. Nach einer halben Stunde Fahrt wurden wir von einem überwältigenden Blick empfangen, das Haus steht auf einer Anhöhe, von dem man einen wunderbaren Blick in das Tal hat. Im ehemaligen Klassenzimmer schilderte die Museumsführerin das alltägliche Leben und das Schicksal der jüdischen Kinder, die in diesem Haus während des 2. Weltkriegs vor den Nazis versteckt wurden. Danach hatten wir die Möglichkeit, das Haus noch einmal allein zu besichtigen. Sehr eindrucksvoll waren die Briefe und die Bilder, die die Kinder geschrieben und gemalt hatten. Am Ende des Besuchs legten wir unter die Gedenktafel der 52 Opfer, welche am 06. April 1944 nach Auschwitz deportiert wurden, Blumen nieder und gedachten der Kinder und Betreuer. Nach dieser beeindruckenden, aber auch bedrückenden Besichtigung stieg bei allen die Vorfreude auf morgen, auf die Fahrt nach Lyon.

Helene / Antonia / Charlotte

10. / 11.01.2015

Die Gestaltung des Wochenendes liegt wie bei jedem Austausch in den Händen der Familien. Sie reichte auch in diesem Jahr von der üppigen Familienfeier, über Besuche in den umliegenden Städten, wie Lyon, Grenoble oder Annecy, über Ski fahren bis zum Segelflug.

Die große Herausforderung besteht darin, dass man mehr oder weniger auf sich gestellt ist und sich tatsächlich in der Fremdsprache bewegen muss. Aber das ist für die große Mehrheit von uns zum Glück kein Problem: “on se débrouille”- man kommt schon irgendwie klar …

Für uns stand am Samstag, dem 10.01, ein Besuch in Grenoble auf dem Programm. Nachdem uns die Eltern unserer Austauschpartner zum Bahnhof in Bourgoin-Jalieu gebracht hatten, wo wir uns mit Freunden getroffen haben, hatten wir eine 40-minütige Zugfahrt vor uns. Zum Glück hatten wir in der ersten Tageshälfte schönes Wetter, um die wichtigsten Plätze und auch Einkaufsstraßen zu besichtigen. Ein bisschen Shopping muss schon sein, sehr zur Freude unserer männlichen Begleiter …

Mit vollen Einkaufstaschen haben wir dann eine kleine Mittagspause mit typisch französischem Baguette eingelegt. In unsere Familien zurückgekehrt, haben wir den Abend dann auf dem Geburtstag einer Freundin ausklingen lassen. Dies war für uns eine sehr interessante Begegnung, da die komplette Familie anwesend war und den typisch französischen Charme ausstrahlte. Alle verhielten sich sehr offen und herzlich uns gegenüber und es gab wie immer Unmengen zu essen; z.B. echt französisches Kartoffelgratin und Mousse au chocolat. Müde und erschöpft fielen wir nach diesem ereignisreichen Tag in unsere Betten.

Am Sonntagvormittag wurden wir durch Sonnenstrahlen geweckt, was wir nach einem ausgiebigen Frühstück dazu nutzten, um mit den Haustieren auf der Terrasse zu spielen. Gegen 13.00 Uhr gab es dann Mittagessen, was bei ausgedehnten Gesprächen und 3 leckeren Gängen auch mal etwas länger dauern kann. Später haben wir Katharinas Austauschpartnerin vom letzten Jahr besucht, die im Nachbardorf wohnt. Sie hat, wie auch einige andere von uns, immer noch guten Kontakt zu ihrer “correspondante”. An diesem Tag wurde uns besonders deutlich, was man in Frankreich unter “in der Nähe von jemandem wohnen” versteht…Wir waren Stunden unterwegs! Nach diesem langen Spaziergang und einer warmen Tasse Tee hat unsere Gastmutter uns abgeholt und wir haben den Abend gemeinsam vor dem Fernseher ausklingen lassen. Hier wie auch in zahlreichen Gesprächen waren immer wieder das Attentat auf Charlie Hebdo und die Manifestationen präsent.

Katharina / Karina

09.01.2015

Der Tag begann mit dem Aufbruch zur Schule in Nacht und Nebel und unserem Empfang in der Aula durch wichtige Personen: Schulleiterin, stellvertretenden Schulleiter und pädagogischen Leiter und bei Café und Croissants. Auch der Schülersprecher hatte eine Rede für uns vorbereitet, auf Deutsch! Danach erhielten wir von Madame Paym unsere Dossiers mit den Stundenplänen und wurden in unser Thema "Jungsein heute und vor 100 Jahren" eingeführt. Das nächste Highlight war der Besuch beim Bürgermeister, Monsieur Rival. Die örtliche Presse erwartete uns bereits. Zuerst hat uns Monsieur Rival anhand seiner Familie, seiner Kinder, die Bedeutung von Fremdsprachen und Schüleraustauschprogrammen nahegelegt, dann natürlich seine Arbeit für Morestel vorgestellt und unsere Fragen beantwortet. Anschließend konnten wir uns noch etwas stärken. Wieder zurück in der Schule ging es direkt zum Mittagessen. Das war etwas kompliziert, aber Madame Paym hat uns alles erklärt. Die Auswahl war deutlich größer als bei uns, der Geschmack war in Ordnung, doch Schulessen bleibt Schulessen. Nach dem Mittag haben wir den Film "Au revoir, les enfants" angeschaut, der das Schicksal zweier Jungen im zweiten Weltkrieg im besetzten Frankreich behandelt. Dieser Tag endete mit einem gemeinsamen Bowlen mit unseren Austauschpartnern- ohne Schuhe, da wir offensichtlich zu viele waren für die Bowlingbahn. Dort sangen wir noch ein Geburtstagslied für Gregors Austauschpartner Arthur, welcher 18 geworden ist. Nach dem Bowling erlebten viele zum ersten Mal den Stress, den Schulbus nach Hause kriegen zu müssen. Den Abend haben alle in ihren Familien verbracht. Zum Schluss ein frei übernommenes Zitat vom Bürgermeister: " Ich denke, egal ob französisch oder deutsch, wir sind alle Charlie."

Michelle / Julia / Saskia

07.01. / 08.01.2015

Nach einigen Komplikationen (Pass vergessen, jemand kam zu spät) ging es etwas verspätet, aber dennoch mit hoher Motivation auf nach Frankreich. Aufgrund der unbequemen Sitze verbrachten einige von uns die Nacht auf dem Boden des Busses. Die Nacht war kurz und anstrengend, aber nichtsdestotrotz war die Stimmung am Morgen gut. Wir vertrieben uns die Zeit mit Singen von Liedern - "Champs-Elysées“ durfte natürlich auch nicht fehlen, schlenderten am Vormittag durch die Altstadt von Besançon und stimmten uns mit dem passenden Film "Französisch für Anfänger“ auf die bevorstehenden Tage ein. Als wir endlich 16.00 Uhr in der Schule in Morestel angekommen waren, wurden wir von unseren Gastschülern herzlich mit einem Buffet empfangen. Den Abend verbrachte jeder in seiner Gastfamilie. Nachdem die ersten sprachlichen Hemmschwellen überwunden waren, wurde gequatscht, gegessen und gespielt. Irgendwann endete dann dieser Tag und jeder von uns war froh, wieder in einem weichen Bett schlafen zu können.

Rosa / Anna-Lena

Wenige Stunden vor unserer Abfahrt wurde Frankreich von einem fürchterlichen Verbrechen erschüttert. 12 Mitarbeiter der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ wurden ermordet. Zwei weitere tödliche Attentate folgten am Donnerstag und Freitag. Bei unserer Ankunft am Donnerstag Nachmittag war alles anders als sonst: Das große Schultor verschlossen, überall hingen Plakate mit der Losung „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Auch in den ersten Momenten der Begrüßung waren die Beklemmung und die Betroffenheit zu spüren. In ganz Frankreich, auch an unserem Partnergymnasium, hatte es um 12:00 eine Schweigeminute gegeben, die Fahnen hingen auf Halbmast. Frankreich hat in diesen letzten Tagen eine Ausnahmesituation erlebt, neben Ängsten und Sorgen spürt und sieht man aber vor allem den Widerstand des Landes gegen die Angriffe der Gedanken-, der Meinungs- und der Religionsfreiheit. Am Sonntag wird es im gesamten Land Manifestationen geben, die deutschen Medien informieren sicher auch sehr ausführlich. Für uns ist es beeindruckend zu sehen, dass es für die Franzosen außer Frage steht, sich diesem Terror zu beugen.

10.01.2015

K. Klein / R. Knobloch

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