Besuch im Sächsischen Landtag

9. Klassen informieren sich über die große Politik

Für die Klassenstufe 9 unserer Schule stand am vergangenen Freitag (01.12.2017) Politik auf dem Stundenplan. Und das vier Stunden lang. Die GRW-Lehrer, Frau Neßmann und Frau I. Müller, hatten zusammen mit der Fraktion der "LINKEN" ein interessantes Programm geschnürt, zu dem eine Führung durch den Landtag sowie ein Gespräch mit den beiden Abgeordneten der "LINKEN", Frau Antje Feiks (Landesvorsitzende) sowie Frau Luise Neuhaus-Wartenberg gehörte. Dass unser Besuch kurzfristig als "Sicherheitsrisiko" eingestuft wurde, hatte keinerlei sicherheitsrelevante Maßnahmen zur Folge, lediglich einige kleine Änderungen im Ablaufplan waren erforderlich. Nun ja, ca. 110 Schüler wollen auch erst einmal koordiniert werden.

Die Führung durch den Landtag glich einer Leistungskontrolle im Fach GRW. Die Aufgaben eines Parlamentes, der Unterschied zwischen Fraktionen und Parteien, die Kontrolle der Regierung waren Themen, die unsere Schüler schon zu Höchstleistungen am Freitagmorgen forderten, was weniger an der Tageszeit, eher am Interesse der zukünftigen Wahlberechtigten lag. Politik ist eben nicht jedermanns Sache, da zählte die Aufregung vorm abendlichen Tanzstundenabschlussball schon mehr. Immerhin dämmerte es beim Prinzip der Gewaltenteilung, davon schien der ein oder andere schon einmal etwas gehört zu haben.

Wie diese Gewaltenteilung nun konkret aussieht, das konnten die Schüler im Plenarsaal des Sächsischen Landtages live miterleben. Der Ausschuss für Schule und Sport tagte in einer öffentlichen Anhörung zu dem von der Fraktion Die LINKE initiierten Gesetzesentwurf "über die Weiterbildung und das lebenslange Lernen im Freistaat Sachsen", das passte doch. Nur verstand man leider wenig, was vor allem am Fachvokabular der hinzugezogenen Experten lag. Aber immerhin, der sogenannte Matthäus-Effekt dürfte sich bei den Schülern im Gedächtnis eingebrannt haben, ein soziologisches Phänomen, das besagt, dass aktuelle Erfolge mehr durch frühere Erfolge als durch gegenwärtige Leistungen bedingt werden. Nach dem Motto, wer hat, der hat.

Spannender wurde es im anschließenden Abgeordneten-Gespräch. Nicht nur, weil es Kekse und Getränke gab, sondern weil die Schüler auch einmal selbst gefragt waren, was sie interessierte und welche Vorstellungen sie von Politik so haben. Und dafür waren die beiden LINKEN-Abgeordneten die richtigen Gesprächspartner. Weg von der Theorie, hin zur Praxis. Auch wenn es am Ende meistens gar nicht um die Arbeit der LINKEN selbst, sondern viel mehr um die Partei ging, die ihnen im Parlament genau gegenüber sitzt. Aber nicht nur Landespolitik war Gesprächsthema, sondern natürlich auch die Bundespolitik und das Ringen um eine neue Regierung. Für viele Schüler waren diese 60 Minuten leider viel zu schnell vorbei, da bleiben noch genügend Fragen und Themen für die nächsten GRW-Stunden.

Fazit: Der Ausflug in die Landeshauptstadt hat sich gelohnt. Zurück bleiben Schüler, die durch die konkrete Erfahrung vor Ort vielleicht doch anfangen, sich zu interessieren, sich Fragen zu stellen, mal über den sprichwörtlichen "Tellerrand" hinauszuschauen und sich letztendlich einzumischen. Denn wie lautete der Matthäus-Effekt ...
Ein großes Dankeschön geht an Herrn Neßmann, den Besucherdienst des Sächsischen Landtages, wir waren mit Sicherheit nicht das Sicherheitsrisiko, für das man uns halten wollte, und den beiden Abgeordneten der LINKEN, Frau Antje Feiks und Frau Luise Neuhaus-Wartenberg sowie unseren beiden GRW-Lehrern für die Organisation.

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