1976 - 1990: PIONIERARBEIT UND MUSIKALISCHE EXZELLENZ
Mit dem Jahr 1976 schlug die Rudolf-Hildebrand-Schule (damals EOS „Rudolf Hildebrand“) ein neues, klangvolles Kapitel auf: Die Einführung der Spezialklassen für Musik markierte die Geburtsstunde des musischen Zweigs ab Klasse 9. Als erst dritte Einrichtung dieser Art in der DDR profilierte sich die Markkleeberger EOS fortan als Kaderschmiede für den pädagogischen Musikernachwuchs.
Die Schülerinnen und Schüler tauchten tief in die Materie ein – der Stundenplan glich bereits damals dem eines Grundstudiums. Neben Musikgeschichte und Musiktheorie standen Gehörbildung, Stimmbildung und die Grundlagen des Chordirigierens auf dem Programm. Das Beherrschen des Klaviers und das schulpraktische Spiel waren ebenso Pflicht, wie die tägliche Arbeit im Chor, der zum Herzstück der Schule avancierte. Diese intensive Ausbildung war eingebettet in eine Schulgemeinschaft, die bereits seit 1950 durch die Tradition als Internatsoberschule geprägt war und jungen Talenten weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Zuhause während ihrer Schulzeit bot.
1990 – 2000: FREIHEIT, VIELFALT UND MUSIKALISCHE BÜHNE
Die politische Wende brachte den Wind der Veränderung nach Markkleeberg. Die Schule nutzte die Gunst der Stunde, um sich als musisch-sprachliches Gymnasium neu zu erfinden. Ein entscheidender Schritt war dabei die Integration der bewährten Spezialklassen in das neue Gymnasialsystem und die Ausweitung der musischen Vertiefung: Ab 1990 konnten musikbegeisterte Kinder bereits mit der 7. Klasse an die Schule wechseln.
Doch der Weg in diese Klassen war anspruchsvoll. Wer Teil dieser Gemeinschaft werden wollte, musste sich in einer umfassenden Aufnahmeprüfung beweisen – von Deutsch-Diktaten und Mathematik bis hin zur Überprüfung der musikalischen Veranlagung.
Ein wichtiger Meilenstein der 90er Jahre: Die strikte Kopplung der Spezialklassen an das spätere Berufsziel "Musiklehrer" fiel weg. Die musikalische Hochbegabtenförderung öffnete sich für alle Talente, unabhängig von ihrem späteren Karriereweg.
Dass diese Qualität Früchte trug, bewiesen die Ensembles der Schule in dieser Zeit weltweit:
▪ renommierte Rundfunkaufnahmen (insbesondere zeitgenössischer Werke)
▪ erste Plätze und Sonderpreise bei nationalen und internationalen Chorwettbewerben
▪ zahlreiche Konzerte, die den Ruf der Rudolf-Hildebrand-Schule als exzellente Bildungsstätte weit über Sachsen hinaus festigten





